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Heimatgeschichte aus Günne: "17 juny 1698"
Ein Speichergebäude auf der Hofanlage "Schulte-Günne" in Möhnesee, Ortsteil Günne, hat Geburtstag: "Anno 1698 den 17 juny haben Wir Rudolphus Schulte und Catharina Mimbergh eheleute dieses gebäuw in Gottes Nahmen auff bauen lassen".

Vorübergehende, die einen Blick auf die Hofanlage Schulte-Günne werfen wollen, bleiben zunächst am Hofeingang stehen. Das schmale Fachwerkhaus, auf das sie vom Dorf kommend zugewandert sind, begrüßt sie am Hofeingang. Kaum jemand bringt es fertig, sich dem Reiz dieses Gebäudes zu entziehen: Es nimmt ihn wenigstens für einen Augenblick in den Bann seiner 300jährigen Geschichte, bevor er in das Geviert der Hofanlage entlassen wird.
  Auf dem aus Bruchstein gemauerten Sockel steht der Fachwerkkasten mit dem zum Hof hin versetzten steilen Dach. Die überkragenden Balken werden von geschwungenen Knaggen gestützt und geben der Fassade einen repräsentativen Ausdruck. Die Fachwerkhölzer sind im Laufe der Jahrhunderte vergraut. Einen Anstrich haben sie nie erfahren und das hat sie am Leben gehalten.
Die der Wetterseite ausgesetzten Köpfe der Stichbalken sind im Laufe der Zeit von Sonne, Sturm und Regen so zerfurcht, daß sie wie eine Gebirgslandschaft erscheinen. Nach Westen schließt sich der schmale, remisenartige Schuppen an. Er wurde in früherer Zeit zur Lagerung und Trocknung genutzt. Die mit Eisennägeln beschlagene Kellertür wird von massiven Eichenbalken eingerahmt.

So vermittelt das ganze einen Eindruck von Sicherheit. In ebenmäßigen Lettern und mit barockhaft verzierten Anfangsbuchstaben ist in den Sockelbalken an der Hofseite eine Inschrift eingeschlagen: 1667 hatte Stephan Schulte den Meierhof vom Erzbischof von Köln zur privaten Nutzung übergeben bekommen. Sein Sohn Rudolphus trat nach dessen Tod 1693 das Erbe an und heiratete im gleichen Jahr Catharina Mimbergh. 1698 errichteten die Eheleute den Speicher. Kurz darauf starb Catharina, 7 Jahre verheiratet und 5 Kinder hinterlassend.

>Das ist alles, was wir aus der Familienchronik über Gebäude und Erbauer entnehmen können. Wie die Hofanlage zu dieser Zeit aussah, wissen wir nicht, denn die heutigen Gebäude wurden erst in der Folgezeit errichtet. Südlich des Speichers stand eine kleine Hofkapelle, aus der später die Pfarrkirche hervorging. Der Steinsockel umschließt den Keller. Er besteht aus 80 cm nächtigem Bruchsteingemäuer, das in zwei Kreuzgewölbe übergeht. Festungsartig muten die Kellerfenster an. Sie sind auch heute noch mit geschmiedeten Eisenstäben gesichert. Offenbar wurde hier etwas Kostbares aufbewahrt. Am Boden liegen große Schieferplatten. In die Deckengewölbe sind Haken eingelassen, die noch an die Nutzung als Braukeller erinnern. An weniger erfreuliche Anlässe erinnert die nachträglich eingezogene Trennwand. Während des 2. Weltkrieges diente der Keller als Lebensmittellager für die große Feldküche, die auf dem Hof aufgestellt war und die umliegenden Soldaten versorgte.

Geht man die alte Holzstiege empor und betritt das obere Stockwerk, so fallen die für einen Fachwerkbau ungewöhnlich hohen Räume auf. Ursprünglich gab es drei Speicherräume. Das heute im Innern freigelegte Fachwerk zeigt sehr anschaulich diese Aufteilung. Auch gibt es einen guten Einblick in die Bauweise und das Zimmermannshandwerk. Die bis zu 60 cm breiten Eichenbretter unter der Decke zeigen noch deutlich die Spuren der Bundsäge. Unter dem Dach befand sich ein Schüttboden für das Getreide. Noch heute erinnern ins Holz eingelassene Details wie geschmiedete Nägel, Krampen, Haken und Holzknebel an die frühere Nutzung der Räume.
1920 wurde der Speicher von dem damaligen Besitzer August Schulte-Günne zu Wohnzwecken umgebaut. Hier lebte bis zu Beginn der 60er Jahre der Schäfer Nübel mit seiner Familie. Nachdem 1980 eine innere Durchbauung stattfand, wird der Speicher weiterhin als Wohnung genutzt. Sowohl die erste als auch die letzte Baumaßnahme haben jedoch keine Änderung der Grundstruktur des Hauses verursacht, so daß das Gebäude seine ursprüngliche Bauweise bis heute erhalten konnte. Einzig der Schuppenanbau hat sein Aussehen verändert. Die Notwendigkeit der Sanierung und eine Nutzungsänderung führten dazu, daß die Zwischenräume der Gefachungen geschlossen wurden. Dabei sollte der Anbau aber sein historisches Gesamtbild nicht einbüßen.  
Beklagt man das Schwinden alter Bausubstanz im Dorfbild, so ist ein Grund dafür auch die Auswahl der damaligen zur Verfügung stehenden Baumaterialien. Während für die Errichtung des Speichers dank der ausgedehnten Waldbesitzungen des Bauherrn bestes Eichenholz verbaut wurde, konnten die "kleinen Leute" nur auf Weichholz zurückgreifen, das eine geringere Lebensdauer hat.

Um es zu schützen, wurde es mehr konserviert, leider zu oft auch mit untauglichen Mitteln, die das Holz erst recht schädigten. Seit Beginn der 80er Jahre stehen Speicher und Hofanlage unter Denkmalschutz.

Von Norden her gesehen fügen sich Fachwerkhaus und Kirche zu einem harmonischen Ensemble. Betrachtet, gemalt und immer wieder fotografiert, scheint es in der architektonisch verarmten Dorflandschaft eines der letzten Kleinodien zu sein.

Dem aufmerksamen Beobachter bieten sich eine Fülle von Details, die ihn in die Geschicht des Hauses zurückführen. Einem flüchtigen Konsum entzieht sie sich. Es ist eines der ältesten Gebäude des Dorfes.
Karl-Heinz Leifert, Möhnesee-Günne
(veröffentlicht: Ausgabe 76/1999)
ense-press by haase-druck
Peter Haase
Rauschenberg 82
59469 Ense-Bremen
Tel.: +49 2938 573
E-Mail: info@ense-press.de

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1816 | Die Haar wird preußisch
Die Schlacht bei Bremen 1586
Kölner Erzbischof Engelbert von Berg † 07.11.1225
Wallfahrten
Gründung des Klosters Scheda
Adolf von Hatzfeld
Vorstenburg auf Richters Köpfchen über dem Ruhrtal
Die Not in der Zivilbevölkerung im 1. Weltkrieg 1914/18
Soester Fehde, Teil 2/2
Soester Fehde, Teil 1/2
Freiwillige Arnsberger Jäger-Kompanie als leichte Infanterie 1814 gegen Napoleon
1813 - Kosaken auf der Haar
Kriegszeiten vor 430 Jahren und 380 Jahren in unserer Heimat, Teil 2 von 2
Kriegszeiten vor 430 Jahren und 380 Jahren in unserer Heimat, Teil 1 von 2
Telegraphenlinie via Echtrop - Höingen
Napoleons Russland-Feldzug, Teil 2, der Rückzug
Napoleons Russland-Feldzug, Teil 1, Vormarsch u. Eroberungen
Kalenderreform 1582
Ernst von Bayeren stirbt am 17. Februar 1612 in Arnsberg
Goldfeuer bei Günne
1586 die Schlacht bei Bremen
Kaspar Schwarze, gnt. Betkaspar
Von Hexen und Ketzern
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100 Jahre Schützenhalle Bremen
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St. Anna-Kapelle
Haus Soerries-Schulte 200 Jahre alt
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Gut Oevinghausen Teil 2
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