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Die Anfänge des Enser Schulwesens (Teil 2)
Im ersten Teil berichteten wir in der Ausgabe-Nr.: 91 u. a. vom westf. Reformer F. A. Sauer, der sich im Jahr 1802 für Hünningen als Schulstandort entschied.

Einige Streitpunkte bezüglich der Standorte der Schulen mussten aber noch geklärt werden. So hatte Sauer, nachdem er Waltringen, Hünningen und Lüttringen visitiert hatte, sich für Hünningen als Schulstandort entschieden, weil der Ort in der Mitte zwischen den beiden anderen liege, zwar durch einen Bach von Waltringen getrennt werde, der aber über eine stabile Brücke verfüge. Außerdem sei das Dorf Hünningen willig, "einen Platze zum Schulhaus anzuweisen, nämlich auf dem Limberge."

Mit einer Schule in Hünningen waren die Waltringer aber nicht einverstanden, ihr Vorsteher Hollmann erklärte im Namen der Gemeinde: "Das ganze Dorf habe sich entschlossen, eine eigene Schule zu bauen, und einen Schullehrer zu besolden, als wozu die Gemeinheitsglieder sich gestern unterschrieben haben."

Auf Sauers Einwand, eine Schule stelle für Waltringen eine zu große Belastung dar, entgegnete Hollmann, der als Gemeindevorsteher wahrscheinlich über eine realistischere Blickweise im Hinblick auf den Kostenaufwand für den Luxus einer eigenen Schule verfügte als die Gemeindemitglieder, dass er persönlich ja auch für die Schule in Hünningen sei, die Gemeinde aber darauf bestehe, die Schule in Waltringen zu errichten. Als dann am 4.5. 1802 die Schulkommission Krafft schriftlich mitteilte, dass der von Sauer ausgearbeitete Plan zur Neuorganisation des Bremer Schulwesens genehmigt sei, wurde das Gesuch der Waltringer um eine eigene Schule zunächst ausdrücklich abgelehnt, und zwar mit der Begründung, dass mit diesem Vorhaben die zweckmäßige Einrichtung der Schulen zerrüttet, die Aufsicht über die Schulen erschwert werde und dass der Waltringer Alleingang für die Zukunft viele Beschwernisse voraussehen lasse, die später nicht mehr leicht zu beheben wären. Dennoch haben sich die Waltringer gegen den ursprünglichen Plan der Schulkommission durchsetzen können, die schließlich doch die Genehmigung für den Bau einer Schule in Waltringen und nicht in Hünningen erteilte. 1803 wurde der Schulbetrieb aufgenommen, der erste Lehrer, der in Waltringen unterrichtete, war Carl Emmanuel Bauret. Die Errichtung einer Schule in Waltringen bedeutet aber auch, dass der Schulbezirk Hünningen/Waltringen/Lüttringen, wie er von Sauer konzipiert worden war, nicht zustande kam, jahrzehntelang mussten Hünninger und Lüttringer Kinder die weit entfernte Schule in Bremen besuchen, bis endlich in den 80er Jahren auch in Hünningen eine Schule gebaut wurde.
  Bildthema: "Nach der Schule"

Original von Ferdinand-Georg Waldmüller 1841 in Öl gemalt.

Von Klaus Nasse, Ense-Waltringen, im November 2002

mit Aquarellfarben nachempfunden und pointiliert.
Anders als in Waltringen, wo die Gemeinde den Schulbau energisch vorangetrieben hatte, vollzog sich die Entwicklung in Oberense, das ja Schulort für Bilme, Bittingen Volbringen und Sieveringen werden sollte, eher zögerlich. (Vgl. im folg. zur Geschichte der Schule in Oberense LA X17,3, GHH II C198 u. das Manuskript aus dem Archiv der Enser Gemeindeverwaltung zur Schule in Oberense).

Zunächst war auch hier ein Streit über den Schulstandort, Oberense oder Bilme, entfacht, denn in Bilme existierte bereits eine Schule, über die man in den Quellen nichts anderes erfährt, als dass sie ein "armselige(s) Plätzgen" sei und dass dort der Lehrer Josef Theodor Spoltmann unterrichte. (GHHIIC199) Nach einem gemeinsamen Ortstermin am 1.5. 1802 fiel schließlich die Entscheidung zugunsten von Oberense aus. Ausschlaggebend war dabei die zentrale Lage Oberenses im Schulbezirk, weil die Niederenser Kinder, die den größten Anteil der Schulkinder stellten, nach Oberense einen Fußweg von einer Viertelstunde benötigten, während der Weg nach Bilme für sie 40 Minuten lang sein würde. Der naheliegende Gedanke, gleich eine Schule in Niederense zu bauen, stand nicht zur Diskussion, wahrscheinlich, weil Niederense als ärmste der drei Gemeinden galt . Ein weiteres wichtiges Argument für Oberense war auch seine Nähe zum Pfarrort, was die Schulvisitationen des Pfarrers erleichtern sollte. Schließlich wurde noch ins Feld geführt, dass es in Oberense mehr wohlhabende Leute gäbe als in Bilme, "welche den armen Kindern des Mittags etwas zu essen geben können." (LA X 17,3, Bl.h7)

Trotz dieses eindeutigen Votums für Oberense sollte es aber noch einige Jahre dauern, bis dort der Schulbetrieb aufgenommen werden konnte. Bereits beim Finanzierungsplan für die neue Schule hatte es Schwierigkeiten gegeben, weil die Niederenser sich weigerten, ihren Anteil an Geld und Holzlieferungen zum Schulbau beizutragen. Im Oktober 1804 wurden gegen sie sogar gerichtliche Zwangsmittel eingesetzt, auf Geheiß des Werler Gerichts mussten die Niederenser unter Aufsicht des Gendarms Bauholz herbeischaffen und bearbeiten. Dennoch wusste auch in den folgenden Jahren Pfarrer Krafft in seinen regelmäßigen Berichten an die Regierung in Arnsberg nichts anderes zu berichten, als dass der Schulbau in Oberense nur sehr schleppend vorangehe. Im Dezember 1808 schließlich ist das Schulgebäude immerhin soweit fertiggestellt, dass wenigstens in den Wohnräumen des Lehrers Johannes Schulte, der seit dem 10.12. 1808 in Oberense tätig war, Unterricht gehalten werden konnte. Im August 1809 war das Schulhaus immer noch nicht fertig, der Ofen fehlte noch, die Fenster waren ohne Scheiben, und durch den Dachstuhl, der auch noch nicht vollständig fertiggestellt war, regnete es rein. Im November des gleichen Jahres endlich war auch der Klassenraum benutzbar geworden, Schulte konnte seine Dienstwohnung beziehen und hatte gleich Anlass zur Beschwerde, denn dort fehlte weiterhin ein Ofen, der dann aber auf Veranlassung der Regierung unverzüglich beschafft wurde.

Dieser ersten Schule in Oberense war nur ein kurzes Leben beschieden, denn am 23.12.1812, nur drei Jahre nach ihrer Inbetriebnahme, brannte sie vollständig während des Nachmittagsunterrichts ab. Weder Kinder noch Lehrer kamen bei dem Brand zu Schaden, und sicherlich bedarf es nicht vieler Phantasie sich vorzustellen, dass der Anblick der brennenden Schule die meisten Kinder nicht mit allzu großer Traurigkeit erfüllt haben dürfte.
Quelle: Archiv der Gemeinde Ense
Fortsetzung Teil 3 >>
(veröffentlicht: Ausgabe 92/2003)
ense-press by haase-druck
Peter Haase
Rauschenberg 82
59469 Ense-Bremen
Tel.: +49 2938 573
E-Mail: info@ense-press.de

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