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St. Anna-Kapelle 220 Jahre in Niederense
St. Anna-Kapelle 1
St. Anna-Kapelle
220 Jahre in Niederense

- von Alois Franz, Niederense

Die St. Anna-Kapelle aus dem 18. Jahrhundert musste 1870 wegen Baufälligkeit abgebrochen werden, 1885 wieder in der heutigen bekannten Form aufgebaut, stand sie im letzten Jahr erneut in der Diskussion: Abriss oder kostspielige Renovierung für über 75.000,- Euro? Zur Erhaltung hat sich 2007 der Förderverein St. Anna-Kapelle e.V. gegründet.

Ense-Niederense. Im Jahre 1780 sorgten 17 Gewährsleute (Hauseigentümer) aus Niederense für eine Dotierung (Einzahlung einer bestimmten Summe, z.B. in einen Fonds) zur Errichtung einer Kapelle auf dem sogenannten Kirchhof (heute Berkenkopfplatz). Der Bauer Johann Söbbeler war ihr Provisor (u. a. Verwalter für geistliches Eigentum). Er übernahm die Verantwortung für die Errichtung der kleinen Kirche und den Baufonds. Des weiteren verpflichteten sich die 17 Initiatoren, die Kapelle nach Fertigstellung in „Dach und Fach“ zu halten und die zum Gottesdienst notwendigen liturgischen Geräte (vasa sacra und vasa non sacra) zu beschaffen. Das gesamte Anliegen legten sie Pastor Johann Philipp Krafft in Bremen Krs. Soest 1786 vor, der es an das Erzbistum in Köln weiterleitete (bis 1820 zuständig für kirchliche Angelegenheiten in unserem Raum).
St. Anna-Kapelle, Auf der Veva (heute Bernhardusplatz), von 1885 bis 1887 errichtet. Ihr Vorgängerbau von 1787 stand auf dem sogenannten Kirchhof (heute Berkenkopfplatz, Haus Rosenbaum).
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Am 5. Mai 1787 war die Genehmigung zum Bau und gleichzeitig zur Benediktion (Einweihung) durch Pastor Krafft erteilt. Mit der Einweihung durfte werktags in der Kapelle die Hl. Messe gefeiert werden. Nach wie vor galt es für die Katholiken zur Erfüllung ihrer Christenpflicht, sonntags einen Gottesdienst in der Pfarrkirche Bremen zu besuchen.
Ab 1819 durften in der ehem. Klosterkirche Himmelpforten (Auflösung des Klosters am 15. März 1804) für die Gemeinden des östlichen Kirchspiel Bremens sowie für Brüningsen, Günne und Hewingsen „öffentliche“ Gottesdienste gefeiert werden. Pfarrer Dinkloh notierte 1929 bezüglich der St. Anna-Kapelle in seinen Aufzeichnungen: „Heilige Messe war damals in der Kapelle an vier Tagen im Jahr, nämlich an Sankt Anna, Hubertus, Luzia und Agatha.“ Das kleine Gotteshaus auf dem Kirchhof hatte eine Grundfläche von 12 x 24 Fuß sowie eine Gebäudehöhe von 12½ Fuß und war ein Fachwerkbau (ein Fuß entspricht 30,48 cm). Das Dach und den kleinen Glockenturm bedeckten Holzschindeln.
Nach über 80 Jahren war die kleine Kirche laut Gutachten vom 27. Juni 1869 des Salineninspektors Wegener aus Werl so baufällig, dass sie „auf Abbruch“ verkauft wurde (95 R. Thaler Wert gemäß
Brandsteuer) mit Demontage in 1870. Gleichzeitig ist wiederum ein Kapellenfonds entstanden, damit die St. Anna-Kapelle auf der „Veva“, dem heutigen Bernhardusplatz, erneut errichtet werden konnte.
Erst 14 Jahre später hatte der Kapellenfonds die notwendige Kapitalkraft. Am 4. Mai 1884 unterschrieben 49 Honoratioren aus dem Dorf einen Antrag zum Bau der St. Anna-Kapelle an den Kirchenvorstand in Bremen. Diesen leitete Kaplan Ermes als Pfarrverweser (Verwalter) an den Landdechant Leifert in Ostinghausen weiter. Mit dessen Befürwortung ging der Bauantrag schließlich an das Generalvikariat in Paderborn.

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1885 kam das Baugrundstück auf der „Veva“ durch Tausch gegen das bisherige Anwesen mit ‚anklebendem‘ Grundbesitz in Form von 11/2 Morgen Wiese im Westerbrey in den Besitz der Kapellengemeinde. Der Tauschvertrag ist mit Einverständnis des Landwirts Heinrich Sörries gen. Schulte geschlossen worden.

Noch im gleichen Jahr stand der Rohbau und im September 1887 war die neue Kapelle schließlich fertig gestellt. Ihre Einweihung durch den Bremer Pfarrer Wilhelm Grümer, der den schwer erkrankten Landdechanten Leifert zu vertreten hatte, erfolgte am 22. Dezember 1887. Dekannachfolger Pfarrer Mönnig aus Westönnen berichtete schließlich dem Generalvikariat mit Schreiben vom 7. Januar 1888 von dieser Benediktion.

Mit der Weihe der neuen Kapellenglocke durch Dechant Mönnig am 5. September 1889 hatte das Sanctuarium St. Anna alle Insignien eines Gotteshauses. Zur Schlussabrechnung der Baukosten am 4. Dezember 1889 musste der Bremer Pfarrfonds noch 350,- Mark zusteuern. Damit erreichten die Gebäudekosten ohne Innenraumausstattung eine Summe von 3.092,- Reichsmark. Die Bauakten konnten aber erst im Jahre 1891 geschlossen werden, nachdem das Generalvikariat den Grundstückstausch mit dem Landwirt Schulte-Sörries nachträglich genehmigt hatte.

Nachdem im Kriegsjahr 1943 durch die Bombardierung der Möhnetalsperre im Mai die Niederenser Pfarrkirche St. Bernhard-Himmelpforten (ehem. Klosterkirche) von den Wassermassen völlig zerstört war, musste die St. Anna-Kapelle als Notkirche dienen. In den Möhnefluten starb damals auch Pfarrer Josef Berkenkopf. Sein Nachfolger, der aus Lünen gebürtige Pfarrer Josef Maashänser, musste den Kapellenraum zunächst einmal vergrößern lassen. Man entfernte die leicht gewölbte Decke, um Platz für eine Empore und für eine kleine Orgel zu gewinnen. Ein kleiner Holzanbau für die Sakristei mit Windfang kam hinzu.
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Die St. Anna-Kapelle diente der kath. Kirchengemeinde bis Ostern 1949 als Ersatzpfarrkirche. Pfarrer Antonius Berges (später Dechant) trat Heilig Abend 1944 die Nachfolge von Pastor Maashänser an. Unter seiner Ägide kam es schon kurz nach dem 2. Weltkrieg 1945 zur Planung einer neuen Pfarrkirche. Man errichtete sie schließlich in der Nähe der St. Anna-Kapelle auf dem St. Bernhardusplatz. Die neue Pfarrkirche St. Bernhard hat am Karsamstag 1949 der Erzbischof Lorenz Jäger aus Paderborn eingeweiht.
St. Anna innen
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Innenansicht nach der Renovierung 1978 durch die evang. Kirchengemeinde für 50.000,- DM. Dabei wurden auch zwei Figuren und ein wertvolles Kreuz aus der 1943 zerstörten ehem. Klosterkirche Himmelpforten angebracht: rechts der hl. Philippus und links der hl. Nepomuk.
Mitte 1949 stellte Pfarrer Antonius Berges auf Anfrage von Luise Zantner den evangelischen Christen die St. Anna-Kapelle zur Mitnutzung zur Verfügung. Abermals standen Umbauarbeiten an: Der Windfang mit der Sakristei musste wieder abgerissen werden und die Orgelbühne erhielt eine Holzwand, um sie vom übrigen Kapellenraum abzutrennen. So entstand für die kath. Jugend ein neuer Versammlungsraum bis das neue Pfarrzentrum „Porta Coeli“ im Jahre 1976 errichtet war.

Seit 1976 kann nun die evang. Kirchengemeinde Ense für eine symbolische Miete von 1,- DM pro Jahr (heute Euro) die St. Anna-Kapelle allein nutzen. Bei der Renovierung 1978 für 50.000,- DM durch die evang. Kirche wurden auch zwei Figuren aus dem 1943 zerstörten ehem. Kloster Himmelpforten im Kapel-
lenraum angebracht: der hl. Philippus, der hl. Nepomuk und ein wertvolles Kreuz. Die Inneneinrichtung, wie Kirchenbänke, Altar, Kanzel und Taufbecken kamen vom Friedenshort Ense-Bremen, der zu diesem Zeitpunkt im Rahmen eines Umbaus für 350.000,- DM zur evang. Paulus Kirche erweitert worden war.

Bauschäden bedrohen das kleine Gotteshaus St. Anna erneut. Zu einem Abriss wie 1870 wird es Gott sei Dank nicht kommen. Zur Erhaltung hat sich 2007 der Förderverein St. Anna-Kapelle e.V. gegründet. Schon für einen Jahresbeitrag von nur 12.- Euro ist eine Mitgliedschaft möglich. Über 75.000,- Euro sind für die Renovierungsarbeiten aufzubringen. Gern steht der Vorstand des Fördervereins für Fragen und Anregungen zur Verfügung.
Anmerkungen: Durch die Circumscriptionsbulle von 1821 wurde das ‚Kurkölnische Sauerland‘ und ‚Die Mark‘ zum Regierungsbezirk Arnsberg und die kath. Kirchengemeinden dieser Regionen dem Bistum Paderborn unterstellt.

Quellen: Bausteine des Kirchspiels Bremen, Heft 1/1929, Seite 26, von Pastor Dinkloh; „Himmelpforten“ – Gottes Lob durch sieben Jahrhunderte/1949, Seite 24; Heimat-Zeitung-Nr. 18/1988 (Heimatverein Niederense), Seite 7; Heimatkalender 1989 des Kreises Soest, Seite 87; Heimatzeitung ‚ense-press‘-Nr. 63/Advent 1995, Seite 5 und Broschüre: 25 Jahre Evangelische Kirchengemeinde Ense 2002.
Der geschäftsführende Vorstand des Fördervereins
St. Anna-Kapelle e.V., v. l.: Jürgen Post, Volbringen
(Geschäftsführer), Ursula Risse, Niederense (2. Vorsitzende)
und Jürgen Rabura, Lüttringen (1. Vorsitzender)
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Veröffentlicht in der Winterausgabe 2008/09, Seiten 8 und 9
ense-press by haase-druck
Peter Haase
Rauschenberg 82
59469 Ense-Bremen
Tel.: +49 2938 573
E-Mail: info@ense-press.de

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die aktuelle Ausgabe, Heft 150:
23.10.2017
Johannes Christoph von Böckenförde, gnt. Schüngel
1217 Drüggelte | Ein Kreuzzug beginnt
Bernhard Frick, Weihbischof
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1816 | Die Haar wird preußisch
Die Schlacht bei Bremen 1586
Kölner Erzbischof Engelbert von Berg † 07.11.1225
Wallfahrten
Gründung des Klosters Scheda
Adolf von Hatzfeld
Vorstenburg auf Richters Köpfchen über dem Ruhrtal
Die Not in der Zivilbevölkerung im 1. Weltkrieg 1914/18
Soester Fehde, Teil 2/2
Soester Fehde, Teil 1/2
Freiwillige Arnsberger Jäger-Kompanie als leichte Infanterie 1814 gegen Napoleon
1813 - Kosaken auf der Haar
Kriegszeiten vor 430 Jahren und 380 Jahren in unserer Heimat, Teil 2 von 2
Kriegszeiten vor 430 Jahren und 380 Jahren in unserer Heimat, Teil 1 von 2
Telegraphenlinie via Echtrop - Höingen
Napoleons Russland-Feldzug, Teil 2, der Rückzug
Napoleons Russland-Feldzug, Teil 1, Vormarsch u. Eroberungen
Kalenderreform 1582
Ernst von Bayeren stirbt am 17. Februar 1612 in Arnsberg
Goldfeuer bei Günne
1586 die Schlacht bei Bremen
Kaspar Schwarze, gnt. Betkaspar
Von Hexen und Ketzern
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