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Neheimer Wiedenbergkapelle fast 160 Jahre alt
Vielen aus Ense ist die Wiedenbergkapelle ein Begriff und dass sie der besonderen Verehrung des heiligen Kreuzes Jesu dient. Die Errichtung der kleinen Kirche geht auf den Pfarrer Johann Theodor Münstermann zurück, dessen Elternhaus in Oberense steht. Durch eine 1779 erworbene Kreuzreliquie vom kaiserlichen Hof in Wien bekam Neheim eine noch größere Bedeutung in Bezug auf die besondere Kreuzverehrung, die nachweislich seit dem 17. Jahrhundert gepflegt wird und vermutlich eine noch ältere Tradition hat.
Ense, Neheim. Die Grundsteinlegung für die Waldkapelle geschah vor nahezu 160 Jahren am 15. März 1852. Bereits ein halbes Jahr später nahm am 26. September der damalige Landdechant Johann Schlüter (geb. in Brilon; †1867) aus Hüsten die Benediction (Einweihung) vor.

Der schöne Standort auf dem niedrig bewaldeten Wiedenberg machte 1852 das kleine Gotteshaus aus dem Ruhr- und Möhnetal weithin sichtbar. Das soll nach Angaben des Neheimer Bürgermeisters Karl-Josef Dinslage (*1818, †1886) den in der Pfarrkirche St. Johannes Baptist amtierenden Pfarrer Johannes Theodor Münstermann (*1806, †1870), bewogen haben, den Bau der Kapelle an dieser hervorragenden Stelle ausführen zu lassen.

Ursprünglich war das Kapellchen den sieben Schmerzen Mariä geweiht. Doch seit 1853 nimmt die traditionelle Kreuzprozession ihren Weg zum Wiedenberg, sodass die kleine Kirche der besonderen Verehrung des heiligen Kreuzes Jesu dient. Bei diesen Prozessionen wird ein im Neheimer Dom aufbewahrtes Kreuzpartikelchen als Reliquie mitgeführt.

Die früheste Erwähnung einer Kreuzprozession in Neheim ist dem bischöflichen Visitationsbericht von 1665 zu entnehmen.
 
Ob eine Reliquie vom Kreuz Jesu damals schon mitgeführt wurde, kann nicht dokumentiert werden.

Belegt ist jedoch, dass aus dem Wiener Kaiserschatz ein Partikelchen jenes Kreuzes, das die Mutter des Kaisers Konstantin, die heilige Helena, bei Ausgrabungen in Jerusalem am 13. September 326 fand, im Jahr 1779 an die Kirche St. Johannes Baptist ging. Die heilige Helena hat ihren Fund als das heilige Kreuz Jesu verehrt. Besonders zum Triduum, der dreitägigen Feier zum Fest der »Kreuzauffindung« am 3. Mai, strömten mehrere Tausend Pilger in die Stadt, um an den liturgischen Feiern und an der Kreuzprozession teilzunehmen, die durch die Neheimer Straßen bis zur Odenhauser Kapelle zog (Dechant Franz Schnütgen 2000).

Beim Bau der Ruhrbrücke am Neheim-Hüstener Bahnhof Mitte des 19. Jahrhunderts ist diese Kapelle abgerissen worden und so zieht die Kreuzprozession ab 1853 zum Wiedenberg, obwohl die Odenhauser Kapelle oberhalb der Stembergstraße (am Sonnenufer) 1892 wieder neu errichtet worden war (endgültiger Abriss 1977).
 
 
Mit der Liturgiereform (1951 - 1957) vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil von 1962 bis 1965 wird das Triduum Sacrum seinem Ursprung entsprechend wieder in der Karwoche gefeiert. Das ganze Triduum wird von der abendlichen Messe des Gründonnerstags (letztes Abendmahl) bis zur Vesper am Ostersonntag (Auferstehungsmesse) als ein Fest betrachtet und ist das höchste im katholischen Kirchenjahr.

Heute führt eine Karfreitagsprozession mit abschließender Kreuzwegandacht vom Neheimer Dom zur Wiedenbergkapelle. Unterwegs beten die Gläubigen an einigen Kreuzwegstationen, die an die »Via Dolorosa«, die Schmerzensstraße, an den Weg erinnert, auf dem Jesus das Kreuz aus der Stadt Jerusalem auf die Anhöhe Golgatha getragen hat.

Die Wiedenberg-Prozession (früher Kreuzprozession) ist am 1. Sonntag im Mai zum Beginn eines neuen Sommerhalbjahrs, in dem an jedem werktäglichen Donnerstag um 18.30 Uhr wieder Gottesdienste in der Waldkapelle bis Ende September gefeiert werden.

Die traditionelle Kreuzprozession geht jetzt (seit der Neuordnung der Liturgie der Karwoche durch Papst Pius XII 1951/57) am Sonntag nach dem Fest der »Kreuzerhöhung« (14. September) von der Pfarrkirche St. Michael aus durch die Stadt über Bremers Park zum Neheimer Dom. Bei den Prozessionen im Mai (früher Kreuzprozession) und im September wird der Kreuzpartikel in einem Ostensorium (Zeigegefäß) auch heute noch jedes Jahr mitgetragen.

Die Wiedenbergkapelle ist ein kleiner Saalbau in stilistisch nicht eindeutigen Formen. Es gibt romanische und barocke Tendenzen. Im Frontgiebel und in der Apsis befinden sich Rundfenster seit 1965 aus Glasbeton. Die zweiflügelige Eingangstür wurde 1965 außen mit Kupfer beschlagen und innen mit Holzprofilen von der Zirbelkiefer.
 
Die Einrichtung ist nach einer 1965 von Firma Steinau bezahlten Renovierung im wesentlichen vom Künstler Ernst Suberg aus Elleringhausen, in Zusammenarbeit mit dem Pater Kunibert, Meschede, geschaffen worden. So gibt es einen Tischaltar aus schwarzem, weiß geränderten Marmor, zwei mosaikbesetzte Altarkerzenhalter, ein Hängekreuz mit der Darstellung des Gotteslamms in Steinmaterial vor buntem Mosaik und eine ein Meter große Holzplastik, die »Schmerzhafte Muttergottes«.

Im Turm befinden sich zwei von Hand zu läutende Gussstahlglocken. Die ältere mit 100 Kilogramm Gewicht ist vom Bochumer Verein für Gussstahl-Fabrikation in den Jahren 1856/57 hergestellt worden und die kleinere Glocke mit ca. 45 Kilogramm 1904 (laut Inschrift).

Glockensachverständiger Dechant Dr. Gerhard Best aus Möhnesee testierte 2005 der schweren Glocke einen hohen Seltenheitswert. Sie verkörpert den ältesten Bestand aller Gussstahlglocken in ganz Westfalen.

(Alois Franz, Ense)

Quellen: 600 Jahre Bürgerfreiheit Neheim-Hüsten, Selbstverlag der Stadt Neheim-Hüsten, 1953;
625 Jahre Neheim-Hüsten, 1983; Neheim 1928, Nachdruck 1989; »An Möhne, Röhr und Ruhr«, Heft Nr. 17 im Jahr 2000, Heimatbund Neheim e.V.;
Privatarchiv Lambert Hellmann, Ense-Bremen
und
Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls 81 (Bonn 1990), 15-46: Eine bedeutende Veränderung des Missale Romanum vor dem II. Vatikanischen Konzil war die unter Papst Pius XII. durchgeführte Neuordnung der Liturgie der Osternacht und der Karwoche (1951–1957)
 
 
veröffentlicht im Heft 123 / Winter 2010/11 / auf den Seiten 8 und 9
ense-press by haase-druck
Peter Haase
Rauschenberg 82
59469 Ense-Bremen
Tel.: +49 2938 573
E-Mail: info@ense-press.de

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