... Impressum + Datenschutz
Ense Press - zwischen Ruhr und Möhnesee ... an der Haar ... verteilt
... Aktuelle Ausgabe
... Newsmeldungen
... Deadline Annoncen und ... > > Erscheinungstermine
... Preisliste u. Bestellschein
... Kontakt, Impressum
... Heimatgeschichte
... Künstler
... Vereine
... Regionale Wirtschaft
... Medizinische Notdienste
... ense-press by haase-druck
... Impressum + Datenschutz
... Heimatverein Ense-Bremen
... Heimatverein Möhnesee
ense-press - ... zwischen Ruhr und Möhne ... an der Haar notiert ...
Als Hexen an der Haar Konjunktur hatten
bearbeitet: Alois Franz, Ense-Niederense
Im 15., 16. und 17. Jahrhundert herrschte in Deutschland, aber auch in Teilen Europas, ein geistiges Klima, welches das Hexen-Unwesen begünstigte.
Krankheiten (u. a. die Pest), Kriege und Katastrophen erzeugten bei den Menschen Angst und Panik. Es herrschte Endzeitstimmung. Pestepidemien rafften zum Teil die Hälfte der Bevölkerung hinweg. Die Verwüstungen der Truchseßschen Wirren mit der Schlacht an der Waterlappe (heutiges Ense-Bremen) im Jahr 1586 war noch lebhaft in Erinnerung als 1618 bis 1648 der 30-jährige Krieg sein fürchterliches Unwesen auch im Kirchspiel Bremen bei Werl trieb.

Gräuelmärchen und Schreckensereignisse bewegten Gemüter und die Fantasie. Alles, was nicht rational erklärbar war, führten die Menschen in ihrer abergläubischen Denkweise auf Schadenszauber zurück. Die Bevölkerung traute Hexen und Zauberern zu, die Elemente zu beherrschen, Unwetter heraufzubeschwören, Dürren auszulösen, Krankheiten hervorzubringen, vor allem, wenn sie mit dem Teufel im Bunde standen. So ist in der »Festschrift zum 900jährigen Bestehen der Pfarrgemeinde Bremen in Westfalen« (1950) auf Seite 25 zu lesen: Auch in unserem Kirchspiel machte sich der Hexenwahn bemerkbar. Von einem Prozess wissen wir, der 1582 gegen eine Frau aus Bremen in Werl geführt wurde, wo das erzbischöfliche Offizialgericht zuständig war. Dieses tagte im Turm der Pfarrkirche zu Werl. Die Bremerin ist verurteilt und hingerichtet worden.

Ein weiterer aufschlussreicher Aktenfund berichtet über Verfolgungen von einigen mit dem Teufel im Bunde stehenden Ketzern, Häretikern und Hexen, die ebenfalls in Werl 1642-1646 auf den Scheiterhaufen kamen. In dieser »Acta der Königlichen Regierung zu Arnsberg« heißt es, dass Johann Schulte zu Nider Enße, Deitleiff Ebell zu Höingen und Johann Nuße zu Lüttringhausen »zu Werll propter crimen magicae incennerieret [= wegen des Verbrechens der Zauberei eingeäschert/verbrannt,], dahero von demselben [nach] Altem prauch kein Sterbegulden zu foddern ist 1)«.

Weitere auf der Grundlage von Auswertungen (Hans Stodt 1999) identifizierte Opfer der Verfolgung von 1642-1646 sind Elsche Evertz aus Ruhne und Kerstin Konning aus Bachum (ebd., S. 44).
 
 
Die Asche der Verbrannten, von der man immer noch glaubte, dass in ihr Böses wohnte, ist vermutlich noch am Hinrichtungsplatz »in der Steinkuhle, im Süden der Stadt Werl« in alle Winde verstreut worden. Die Namen der Hingerichteten sind in den Sterberegistern der Pfarrei St. Lambertus Bremen nicht aufgeführt.

Die Arnsberger Kurkölnische Oberförsterei führte in ihren Akten nur diejenigen Männer und Frauen auf, für welche die Angehörigen den sogenannten Sterbegulden zahlen mussten. Es waren Familien, die Haus, Hof oder Kotten vom Landesherrn, z. B. dem Kölner Erzbischof, zu Lehen gepachtet hatten. Andere Personenkreise brauchten diesen Sterbegulden nicht abzuführen. Deshalb sind Zahlenangaben über Opfer der Hexenverfolgung an der Haar schwer zu recherchieren.
 
In einer vom ehem. Bürgermeister und Sälzeroberst Hermann Brandis (1612-1676) verfassten »Historie der Stadt Werl« (im Jahr 1673) sind die Hexenverfolgungen unerwähnt (verschwiegen?) geblieben.

Im Gegensatz zur ersten Verfolgungswelle 1580/90, zu der keine Akten im Stadtarchiv Werl existieren, sind die Prozesse der zweiten Welle in Werl 1628/30 durch die beim Stadtkämmerer »zwecks Erstattung eingereichten Verzehrrechnungen« vergleichsweise gut belegt (Stodt 1999, Bd. 1, S. 34).2)

In diesen Rechnungen sind mehrere als Hexen bzw. Hexer hingerichtete Personen aufgeführt, anlässlich deren Hinrichtung die zuständigen Ratsherren und Juristen in dem am Rathaus gelegenen Weinhaus und in der am Markt befindlichen Gaststätte Fickermann eingekehrt waren (ebd., Bd. 1, S. 32-40).2)
 
 
Um herauszufinden, ob eine vermeintliche Hexe wirklich schuldig ist, gab es neben der peinlichen Befragung (Folter) weitere fragwürdige Mittel, z. B. die Wasserprobe. Die Beschuldigte warf man an Händen und Füßen über Kreuz gefesselt ins Wasser. Schwamm die Person oben, meinte man erwiesen zu haben, dass es eine Hexe war, da man glaubte, dass Wasser nur reine Menschen aufnehme. Die Person wurde sodann verurteilt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Ging sie unter, so war ihre Unschuld zweifelsohne bewiesen. Allerdings ertranken die meisten bei dieser Prozedur – aber sie waren geläutert.

Historiker gehen davon aus, dass im Mittelalter die Hexenjagd so erfolgreich sein konnte, weil Folter und Todesurteile mit sogenannten Gottesurteilen zu rechtfertigen waren. Dem Gottesurteil lag die Vorstellung zugrunde, dass ein allwissender und gütiger Gott die Bestrafung eines Unschuldigen nicht zulassen könnte und er in dem Rechtsfindungsprozess mittels Wunder eingreifen werde, um den Sieg der Gerechtigkeit zu garantieren.

Er war eine finstere Zeit mit noch finstereren Machenschaften!
 
Quelle: 1) STAMS, Regierung Arnsberg III A, Fach 348, Nr. 3, Erg. Stodt a.a.O., S. 42

Anmerkung: 2) Dr. phil. Rudolf Fidler, Werl, hat 2002 das Thema: »Rosenkranzaltar und Scheiterhaufen« im Wirkfeld von Konfessionspolitik, Marienfrömmigkeit und Hexenglaube herausgegeben. Informationen zu diesem Artikel sind u. a. daraus entnommen.
veröffentlicht im Heft 124 / Frühjahr 2011, Seite 8
ense-press by haase-druck
Peter Haase
Rauschenberg 82
59469 Ense-Bremen
Tel.: +49 2938 573
E-Mail: info@ense-press.de

ense-press-PDF zum Blättern,
die aktuelle Ausgabe, Heft 150:
21.09.2017
Johannes Christoph von Böckenförde, gnt. Schüngel
1217 Drüggelte | Ein Kreuzzug beginnt
Bernhard Frick, Weihbischof
Dietrich von Fürstenberg
1246 Gründung Kloster Himmelpforten
1816 | Die Haar wird preußisch
Die Schlacht bei Bremen 1586
Kölner Erzbischof Engelbert von Berg † 07.11.1225
Wallfahrten
Gründung des Klosters Scheda
Adolf von Hatzfeld
Vorstenburg auf Richters Köpfchen über dem Ruhrtal
Die Not in der Zivilbevölkerung im 1. Weltkrieg 1914/18
Soester Fehde, Teil 2/2
Soester Fehde, Teil 1/2
Freiwillige Arnsberger Jäger-Kompanie als leichte Infanterie 1814 gegen Napoleon
1813 - Kosaken auf der Haar
Kriegszeiten vor 430 Jahren und 380 Jahren in unserer Heimat, Teil 2 von 2
Kriegszeiten vor 430 Jahren und 380 Jahren in unserer Heimat, Teil 1 von 2
Telegraphenlinie via Echtrop - Höingen
Napoleons Russland-Feldzug, Teil 2, der Rückzug
Napoleons Russland-Feldzug, Teil 1, Vormarsch u. Eroberungen
Kalenderreform 1582
Ernst von Bayeren stirbt am 17. Februar 1612 in Arnsberg
Goldfeuer bei Günne
1586 die Schlacht bei Bremen
Kaspar Schwarze, gnt. Betkaspar
Von Hexen und Ketzern
Wiedenbergkapelle
Niederenser Feldkreuz
100 Jahre Schützenhalle Bremen
Pängel Anton und Deutsches Wirtschaftswunder in Ense
Heimatgeschichte-Archiv
Alte Gewichte, Maße und Münzen
Delecke: 75 Jahre Bismarckturm
Kutsche 1948 in Niederense verunglückt
Ehemaliges Totenläuten vom Niederenser Spritzenhaus
St. Anna-Kapelle
Haus Soerries-Schulte 200 Jahre alt
Farmhouse Soerries-Schulte 200 years
25 jähr. Partnerschaften mit Ense
Klosteranl. Himmelpforten bis 1943
Ense im Mittelalter
Haarstrang 390 Mio. Jahre
Hellmichs 167 Jahre Küster
Gut Oevinghausen Teil 2
Gut Oevinghausen Teil 1
B.Soerries 1883 emigriert
B.Soerries emigrates 1883
Forsthaus Himmelpforten
Tante Emma Laden
Bericht aus 1813
Bauernhaus an der Haar
Badehaus Fürstenberg
Drüggelter Kapelle
90 Jahre Möhnetalsperre
Rittergut Oevinghausen
Kunst St. Bernhardus
Kapellchen Hünningen
Lambertus Reliquie
Kunstwerke St. Bernhard Kirche
Speichergebäude Günne
Heiligenhäuschen Gröchte
"Zum Redde" - Bremen
Vorstenburg, Ense
Emmausgang 1939
Korndiemen an der Haar
Mähdrescher und mehr ...
Berühmte Pfarrer Bremen
Schlacht bei Bremen
Prozessionen Bremen
Kapelle Fürstenberg
Kurfürstl. Kolonen 1, Günne
Kurfürstl. Kolonen 2, Günne
Kommunale Wappen
Lambertus-Skulptur, Ense
Enser Schulwesen 1
Enser Schulwesen 2
Enser Schulwesen 3
The Ruhr Dams Raid
Söbbelers Kreuz
Kloster Himmelpforten (1)
Kloster Himmelpforten (2)
Kloster Himmelpforten (3)
Kloster Himmelpforten (4)
Kloster Himmelpforten (5)
Kloster Himmelpforten (6)
Aktuelle News ense-press >>

CMS by KLEMANNdesign.biz