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Der letzte legitime Nachfahre Karls des Großen war Ludwig IV., »das Kind« (*Sept. oder Okt. 893 in Altötting; †20. oder 24. Sept. 911 in Frankfurt am Main), König seit 4. Februar 900, ein schwacher Herrscher, denn die Stammesherzöge waren deshalb mächtiger.
Die Zeit seines Nachfolgers, des Königs Konrad (*um 881; †23. Dez. 918 in Weilburg an der Lahn; beerdigt in Fulda), seit 906 Herzog von Franken und von 911-918 König des Ostfrankenreichs, ist an historischen Quellen äußerst karg. Die Streitigkeiten zwischen mächtigen Adelsfamilien um die Vorherrschaft im Reiche wurden mit brutaler Waffengewalt ausgetragen, und das Sengen und Morden hatte kein Ende. Dazu kam noch die ständige Gefahr durch Ungarneinfälle, die auf schnellen Pferden ausgerüstet mit einem Reflexbogen als unbesiegbar galten und fast jedes Jahr das Land mit raschen Überfällen, Plünderungen, Mord und Brand heimsuchten. Wegen der unterschiedlichen Stammesinteressen war es schwer für den König, das Reich zusammenzuhalten, zumal er auch keinen Erben präsentieren konnte, denn seine Ehe war kinderlos geblieben, und er litt an einer schweren Verwundung. So befahl der sterbende König seinem jüngeren Bruder Eberhard (um 885; gefallen am 2. Okt. 939 bei Andernach, ab 918 Herzog von Franken) in Forchheim auf die Krone zu verzichten, und dem mächtigen Herzog Heinrich von Sachsen als seinem Nachfolger die Insignien der Staatsgewalt zu übergeben.
Auf der Reichsversammlung in Fritzlar zwischen dem 14. und 24. Mai 919 wurde Heinrich zum König erhoben. Dass er die Nachricht am Vogelherd in Quedlinburg erhalten habe, ist also nur eine schöne Geschichte, genauso wie sein Beiname »der Vogler« erst im 12. Jahrhundert erwähnt wird. Das angetretene Erbe war schwer, das Land innerlich zerrissen und von außen bedroht. Jede Entscheidung des Königs fand sofort ihren Widerstand. Zwar schaffte er es, die Ungarn gegen Tributzahlungen zunächst zu einem Waffenstillstand zu bewegen. Als sie aber 932 die fällige Tributzahlung einkassieren wollten, wurde ihnen ein toter Hund vor die Füße geschleudert. Eine Kampfansage! Am 15. März 933 besiegte das neu aufgestellte und ausgebildete Heer des Königs die Ungarn vernichtend bei »Riade«, was nicht mehr genau zu bestimmen ist. Auch gegen die Slaven erzielte er Erfolge, aber, obwohl er die Stammesherzöge weitgehend unbehelligt ließ, kostete die innere Opposition Kraft.
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Der Sachsenherzog Heinrich lebte zunächst mit einer Frau namens Hatheburg von Merseburg (*876 in Merseburg; †an einem 21. Juni nach 909) zusammen in einer »Friedelehe«, die von der Kirche nicht anerkannt wurde. Sie war eine Tochter des reichen Adeligen Erwin von Merseburg, die nach kurzer Ehe mit einem nicht mehr namentlich bekannten Mann bereits verwitwet war. Aus dieser Verbindung stammte sein ältester Sohn Thankmar, auch Tammo genannt. (*900/906; †28. Juli 938 in Kirche zu Marsberg). Von kirchlicher Seite wurden Bedenken gegen diese Ehe vorgebracht, indem argumentiert wurde, Hatheburg sei nach dem Tode ihres ersten Mannes Nonne geworden und deshalb sei die Ehe ungültig. Heinrich trennte sich von ihr. Sie ging als Äbtissin in ein nicht näher bekanntes Kloster. Mathilde (*um 895 in Enger; †14. März in Quedlinburg) aus der Nachkommenschaft des Sachsenherzogs Widukind wurde im Jahre 909 seine neue Ehefrau, die ihm drei Söhne Otto, Heinrich und Brun(o), sowie zwei Töchter Gerberga und Hadwig gebar.
Der dritte und jüngste Sohn, Brun oder Bruno (*925; †11.Okt. 965 in Reims) wurde der Kanzler des Reiches und ab 953 Erzbischof von Köln und Herzog von Lothringen. 954 gründete er das Patrokli-Stift auf eigenem Land in Soest, wohin er 964 die Reliquien des Heiligen von Troyes überführen ließ. Der zweite Sohn hieß wie sein Vater Heinrich (*919/ 922; †1. Nov. 955 in Pöhlde am Harz), war seit 948 Herzog von Bayern.
Der älteste Sohn und Nachfolger seines Vaters war Otto (*23. Nov. 912; †7. Mai 973 in Memleben). Nach dem Tode seines Vaters wurde er Herzog von Sachsen und König des ostfränkischen Reichs, wobei die fränkische Tradition gebrochen wurde, wonach das Reich unter den männlichen Nachkommen geteilt werden musste; Thankmar war von Heinrich ausdrücklich von der Nachfolge ausgeschlossen worden, das Erbe seiner Mutter hatte er auch nicht erhalten.
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Es war eine Zeit, in der sich Rechtsbräuche änderten, bzw. vereinheitlichten: Das heißt in diesem Falle, das ungeschriebene (Gewohnheits-) Recht, das von Stamm zu Stamm sich unterschied, wurde angepasst, z. B.: Wer war wann wie erbberechtigt, bis hin zur Ehe; denn in (Alt-) Sachsen, zu dem auch unsere Region gehörte, gab es die sogenannte »Friedelehe«, bei der die Frau ihren gesamten Besitz behielt im Gegensatz zur Ehe nach dem römischen Recht, bei der die Besitztümer der Frau in die Verfügungsgewalt des Mannes kamen.
Die Söhne aus der zweiten Ehe Heinrichs wurden mit einflussreichen Positionen versorgt, was im Falle Heinrichs auch nicht ohne Schwierigkeiten ablief. Aber was war mit Thankmar? Den Erbteil seiner Mutter hatte er nicht erhalten und, als noch der einflussreiche und mächtige Graf Siegfried von Merseburg (†10. Juli 937), ein Verwandter seiner Mutter starb, ohne dass Thankmar in irgendeiner Weise berücksichtigt wurde, denn den Oberbefehl im Kampf gegen die slawischen Stämme und den Besitz, auf den Thankmar glaubte, Anspruch zu haben, erhielt der spätere Markgraf Gero (†20. Mai 965 in Gernrode/Harz). Thankmar ging also bislang leer aus. Er war schon gegen seinen Vater wegen dessen Verhalten gewesen, nun verbündete er sich mit Herzog Eberhard von Franken, dem Bruder des 911 verstorbenen Königs Konrad, dem Schwager des verstorbenen Königs Heinrich Wichmann (*um 900; †23. April 944), war Graf im Bardengau, der von Otto ebenfalls zugunsten seines jüngeren Bruders Hermann Billung (†27. März 973) bei der Besetzung des Oberkommandos des Heeres übergangen worden war. Außerdem war der Herzog Hermann von Schwaben (†10. Dez. 949), ein Vetter des verstorbenen Königs Konrad, mit an der Verschwörung beteiligt.
Der Angriff auf König Otto erfolgte wohl von Süden her, die Burg Belecke, die dem sächsischen Herrscherhaus gehörte, wurde erobert und geplündert. Sie lag wohl an der Stelle der heutigen Altstadt auf den nach Norden weisenden Sporn über dem Möhnetal. Beim Kampf um die Burg war Gebhard, der Neffe des Schwabenherzogs Hermann, gefallen, der das als Zeichen Gottes verstand, die Seiten wechselte und sich hinter den König stellte. Heinrich, der jüngere Bruder des Königs, wurde dort gefangen genommen und gefesselt »wie ein Knecht« zu Herzog Eberhard geschickt, der sich in einem Ort »Larum« aufhielt – wahrscheinlich »Laer« bei Meschede. Thankmar nahm die alte Sachsenfestung Eresburg/ Obermarsberg) ein. Vor den Toren von Laer fiel der Wettiner Dedi. Deshalb versöhnte sich Graf Wichmann mit dem König. Die Opposition, die durchaus dem jungen König hätte gefährlich werden können, war fast zusammengebrochen.
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Otto zog im Juli 938 nach Marsberg. Am 28. Juli 938 öffnete die Burgbesatzung ihm die Tore, Thankmar suchte in der Kirche seine Zuflucht, legte seine Waffen nieder und auch seine goldene Kette, die er als Zeichen seiner vornehmen Abstammung trug, auf den Altar, um seinen Verzicht auf alle Ansprüche zu erklären. Die Krieger brachen mit Gewalt die Türe auf. Dietbold, einer von Ottos Kriegern, griff Thankmar an, der setzte sich zur Wehr und verletzte ihn so, dass er in Raserei starb. Ein anderer Krieger Mainzia warf seinen Speer durch ein Kirchenfenster, tötete Thankmar und raubte die Kette und die Waffen vom Altar der vom Papst Leo II. 799 geweihten Kirche. Zu dieser Zeit ein unerhörter Frevel!
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König Otto war zwar nicht zugegen, aber erschüttert vom Tode seines Halbbruders. Er bestrafte die Täter nicht, sondern verurteilte vier Gefolgsleute Thankmars zum Tode. Als der Frankenherzog Eberhard vom Schicksal des Aufrührers erfuhr, warf er sich dem gefangenen Bruder des Königs zu Füßen und bat um Verzeihung. Dieser gewährte sie ihm unter der Bedingung, ihm gegen seinen Bruder Otto die Königskrone zu verschaffen. Eberhard wurde für einen Monat nach Hildesheim verbannt.
Heinrich betrieb weiter Opposition gegen seinen königlichen Bruder, versuchte gar 941 in Quedlinburg, ihn zu ermorden. Der Plan wurde bekannt und nach Gefangenschaft in Ingelheim und reuevoller Buße wurde er Weihnachten 941 in Frankfurt a. M. begnadigt. Diese Versöhnung fand nicht in Quedlinburg statt, wie es die Ballade von Heinrich von Mühler: »Otto I. und Heinrich« erzählt. Weltgeschichte wurde auch hier geschrieben. •
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... veröffentlicht im Heft 153, Sommerausgabe 2018, Seiten 10 und 11.
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Kaspar von Fürstenberg (1545-1618)  |
1368 Grafschaft Arnsberg verkauft |
Tod des Königssohns Thankmar 938 |
Prager Fenstersturz 23. Mai 1618 |
Hermann V. von Wied und sein Rücktritt im Jahr 1547 |
Johannes Christoph von Böckenförde, gnt. Schüngel |
1217 Drüggelte | Ein Kreuzzug beginnt |
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1816 | Die Haar wird preußisch |
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