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ense-press - ... zwischen Ruhr und Möhne ... an der Haar notiert ...
BĂŒrgermeister von Ense
Halbes Jahr im Amt
BĂŒrgermeister Rainer Busemann ĂŒber seine
Vision 2030, Facebook, die Gemeinde als Bauherr
und seinen besten Fehler
Interview und Fotos von Matthias Koprek





Herr Busemann, macht ein BĂŒrgermeister auch Homeoffice?

Ja, ein BĂŒrgermeister macht auch Homeoffice. Allerdings hat sich das bei mir auf ein paar Tagen beschrĂ€nkt. Nachdem ich festgestellt habe, dass ich trotzdem zweimal am Tag ins Rathaus gefahren bin, um gewisse Termine wahrzunehmen, habe ich mich dann doch dazu entschlossen wieder komplett im Rathaus zu arbeiten. Es ist schon schwierig, denn ich möchte die Termine ungern zu Hause machen, um meine PrivatsphĂ€re zu wahren. Ich war vielleicht fĂŒnf Tage am StĂŒck im Homeoffice, das war die lĂ€ngste Zeit.

Wie sieht das mit den anderen Mitarbeitern im Rathaus aus?

In der ersten Welle wurden acht bis zehn Mitarbeiter ausgewÀhlt, die durchgehend im Homeoffice gewesen sind. Als die zweite Welle begann war klar, dass wir nicht die gleichen Menschen wieder nach Hause schicken können. Was ich festgestellt habe und was mich freut: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind lieber hier im Rathaus als zu Hause. Das ist prinzipiell ein gutes Zeichen.
Wir haben zunÀchst einen wöchentlichen Wechsel in drei Gruppen organisiert. Nachdem die Inzidenzzahlen dann leider auch in Ense gestiegen sind, haben wir uns dazu entschlossen zwei Drittel zu Hause arbeiten zu lassen und ein Drittel hier. Wir haben schnell die technischen Voraussetzungen geschaffen, damit die Mitarbeiter mobil arbeiten können. Ich habe die Situation direkt zum Anlass genommen, um den Mitarbeitern auch
nach der Pandemie die Möglichkeit zu geben einmal pro Wochen von zu Hause arbeiten zu können.





„Ich glaube nicht, dass Facebook das
Kommunikationsmittel der Zukunft ist.“




Die Gemeinde beteiligt sich an der Rettung des Fachwerkhauses und des Restaurants „Zur alten Post“. Warum ist Ihnen das wichtig?

Die Alte Post neben dem Rathaus hat mich im letzten halben Jahr stark beschÀftigt. Wir haben viel Kraft aufgebracht, um eine Möglichkeit zu finden die Gastronomie mit
Hotelbetrieb und SaalgeschĂ€ft aufrecht zu erhalten. Ich sage dabei ganz ehrlich, dass ich das nicht tue, weil die Alte Post im Zentralort ist. Das tue ich deshalb, weil ich ĂŒberzeugt bin, dass es in Ense möglich sein muss, dass so ein Betrieb Zukunft hat. Wir mĂŒssen doch in der Lage sein in Ense Gastronomie und auch Übernachtungen anbieten zu können.
Die GrĂŒndung der Genossenschaft durch sehr aktive BĂŒrger halte ich fĂŒr eine ausgezeichnete Lösung. Ich bin froh, dass die Verantwortung fĂŒr das traditionsreiche Fachwerkhaus nicht allein der Gemeinde ĂŒbertragen wird, wie es ja vor meiner Zeit als BĂŒrgermeister auch schon mal diskutiert wurde. Das hĂ€tte ich fĂŒr schwierig erachtet. Die von den BĂŒrgern getragene Lösung der Genossenschaft hat einen gewissen Charme.
Jetzt kommt es natĂŒrlich darauf an, was es den BĂŒrgern wirklich wert ist, dass so etwas wie die Alte Post erhalten bleibt. Das wird sich zeigen, wenn es um die Zeichnung der Genossenschaftsanteile geht. Ich bin sehr gespannt, wie viele BĂŒrger dabei mitmachen. Aber mein GefĂŒhl sagt mir es wird klappen. Ich sage immer: Von einer Gastronomie lebt
die andere mit.

Mit Ihrer Facebook-Seite wollten Sie im Wahlkampf – wenn man den denn ohne Gegenkandidaten so bezeichnen kann – die jungen Enser erreichen. „Das ist mir wichtig und das werde ich auch noch forcieren“, haben Sie in einem anderen Interview gesagt. Die Facebook-Seite ist mittlerweile gelöscht. Ist Ihnen die Kommunikation mit der Zielgruppe nach der gewonnenen Wahl nicht mehr wichtig?

Die Löschung der Facebook-Seite war eine Reaktion auf gewisse Kommentare, die ich nicht gutheißen konnte. Damit wollte ich gewissermaßen ein Zeichen setzen und zeigen, dass das so nicht geht. Ich werde auf Facebook wieder aktiv werden, aber ich bereite das gerade anders vor.
Ich weiß, dass Facebook ein wichtiges Kommunikationsmittel ist, aber ich glaube nicht, dass es das Kommunikationsmittel der Zukunft ist. Ich merke, dass die jungen Leute heute nicht mehr unbedingt auf Facebook sind.
Wir bereiten gerade hier im Rathaus Kommunikationswege vor, mit denen wir junge Leute demnĂ€chst erreichen, aber nicht ĂŒber Facebook. FĂŒr die Gemeindeentwicklung haben wir nochmals Fragen an die Jungen ausgearbeitet, die SchĂŒler der Conrad-von-Ense-Schule beantworten sollen. Und ich möchte mich den SchĂŒlern demnĂ€chst auch vor Ort in der Schule stellen und mit ihnen ĂŒber die Zukunft von Ense sprechen.

„Wir mĂŒssen uns unter den einzelnen
Dörfern stĂ€rker vernetzen.“


Wie ist der aktuelle Stand beim Gemeindeentwicklungskonzept? Im Rahmen der AnkĂŒndigung ĂŒber den Start des Prozesses wird versprochen, dass der aktuelle „Erarbeitungsprozess zum Gemeindeentwicklungskonzept ab dem 24.02.2020 jederzeit“ auf der Website der Gemeinde eingesehen werden kann. Seit der Corona-bedingten Absage der Auftaktveranstaltung vor mehr als einem Jahr ist dort nichts mehr veröffentlicht worden.

Das Gemeindeentwicklungskonzept stockt. Das liegt daran, dass wir an PrĂ€senztreffen festhalten. Wir wollten die Auftaktveranstaltung nicht digital durchfĂŒhren, weil sich damit der ein oder andere schwertun wĂŒrde. Uns ist es wichtig alle Enser mitzunehmen, deswegen rate ich davon ab gerade diesen Aufschlag rein digital durchzufĂŒhren.
Wir haben Ense in sieben oder acht Bereiche eingeteilt, denen wir auf einer Informationsveranstaltung die Ergebnisse des Gemeindeentwicklungskonzeptes vorstellen wollen. Ich hoffe, dass wir Ende des Jahres PrÀsenzsitzungen veranstalten können.
Das Ergebnis ist so weit zusammengefasst. Wir haben bereits eine Priorisierung ausgearbeitet, aber es wĂ€re zu frĂŒh zu sagen, dass daraus schon zwei, drei Dinge angegriffen werden. Ich habe auch schon wĂ€hrend des Wahlkampfes gesagt, dass wir Leuchtturmprojekte schaffen mĂŒssen. Drei, vier Projekte, die wir im Zeitraum X umsetzen wollen. Dabei mĂŒssen wir die BĂŒrger mitnehmen. Es kann nicht sein, dass wir das jetzt von oben entscheiden.
Wenn es wieder möglich ist, werden wir sofort starten. Die Pandemie wirft uns mindestens ein Jahr zurĂŒck. Außerdem geht es sehr schnell, dass Ergebnisse, die man ins Netz stellt, totgeredet werden. Deshalb ist mir der Dialog wichtig, zumal ich da gern in die Moderation mit reingehe. Ich will auch wissen, was die einzelnen Dörfer fĂŒr wichtig erachten und priorisieren.

Welche BĂŒrgervorschlĂ€ge im Rahmen der Konzepterarbeitung haben Ihnen besonders gut gefallen?

Einen Vorschlag, mit dem ich wirklich nicht gerechnet habe, gab es nicht. Die BĂŒrger suchen immer wieder das GrĂŒne und PlĂ€tze zum Verweilen. Das Thema MobilitĂ€t wird hĂ€ufig angesprochen.
Was mich allerdings erstaunt hat ist, wie viele BĂŒrger ihren Dorfmittelpunkt suchen. Ich hĂ€tte gesagt den haben die Dörfer. Aber wenn man so darĂŒber nachdenkt, fehlt er doch hĂ€ufig. Gerade in den grĂ¶ĂŸeren Dörfern. Meine Frage ist, was die BĂŒrger unter dem Mittelpunkt verstehen und was dort passieren soll.
Bei den VorschlĂ€gen geht es oft um Treffpunkte und darum, wie ich andere kennenlerne sowie den Wunsch nach mehr Freizeitangeboten. Daraus muss man fĂŒr junge Menschen einen interessanten Mix machen. Wobei ich schon glaube, dass in Ense einiges geboten wird. Wir mĂŒssen uns unter den einzelnen Dörfern aber stĂ€rker vernetzen.

Wohnen wird immer teurer, Ense ist kein gĂŒnstiges Pflaster. Bauland wird zum Luxusgut, die Nachfrage nach Wohnungen ist deutlich grĂ¶ĂŸer als das Angebot. Wie begegnen Sie dieser Herausforderung?

Das Thema umtreibt mich sehr. Ich arbeite gerade an einer Vision 2030. Zehn Jahre braucht man, um gewissen Dinge zu entwickeln. Es geht also darum zu schauen, wo wir in zehn Jahren stehen. Dabei schaue ich gezielt auf die Ă€lteren WohnhĂ€user. Wir werden eine ĂŒberproportionale Altersentwicklung haben, das steht fest. Wir werden sehr viele Immobilien haben, in denen Ă€ltere Menschen allein nicht mehr leben können. Auch Immobilien, die keinen Nachfolger aus der Familie haben werden. Ich glaube das ist ein großes Potenzial, auf das wir schauen mĂŒssen.

Braucht es mehr Mehrfamilien- als EinfamilienhÀuser in Ense? Auch mit Blick auf immer mehr Singlehaushalte und alleinlebende Senioren.

Wir versuchen immer neue Baugebiete zu entwickeln, verbrauchen dabei große FlĂ€chen. In Ense werden viele EinfamilienhĂ€user gebaut. Das Ergebnis ist, dass ein Enser auf ĂŒber 50 Quadratmetern wohnt. Das werden wir nicht aufrechterhalten können, zumal wir ja vielleicht trotzdem noch moderat wachsen wollen.
Deshalb mĂŒssen wir als Gemeinde selbst in die Immobilienentwicklung gehen. Auch Ense kommt irgendwann an seine FlĂ€chengrenzen. Warum soll die Gemeinde nicht selbst Wohnraum fĂŒr alle Generationen bauen? Bezahlbaren Wohnraum! Es gibt einige schöne GrundstĂŒcke, die in Gemeindehand sind. Letztendlich mĂŒsste man dafĂŒr eine Gesellschaftsform finden und grĂŒnden. Ich glaube langfristig ist das die beste Kapitalanlage, denn rein vom Verkaufen kann man auf Dauer nicht leben, weil man nicht immer nur verkaufen kann. Ich möchte das Thema Immobilienentwicklung auf jeden Fall vorantreiben und selbst mindestens ein Projekt in diesem Bereich verwirklichen. Wir mĂŒssen uns klar machen, dass es vielleicht auch mal Baugebiete geben wird, wo nicht nur EinfamilienhĂ€user stehen. Wo eine Wohnbebauung hinpasst, die auch mal in die Höhe geht. Dadurch wird der FlĂ€chenverbrauch geringer. Und auch solche HĂ€user kann man sehr schön gestalten.
Wenngleich ich die Enser verstehen kann die sagen, dass ein Achtfamilienhaus mit entsprechender GrĂ¶ĂŸe nicht in die lĂ€ndlichen Strukturen passt. Aber genau deswegen mĂŒssen wir uns Gedanken machen, wo solche HĂ€user hinpassen.


„Wir sind oft einfach nicht nachhaltig. Wir machen was, um es gemacht zu haben.“


Sie sind ein Mann aus der Wirtschaft, hatten frĂŒher selbst einmal den Traum der SelbststĂ€ndigkeit. Die Wirtschaftsförderung haben Sie sich ganz oben auf die Fahne geschrieben. Nun wird das Augenmerk bei diesem Thema oft auf die grĂ¶ĂŸeren, hĂ€ufig industriellen Betriebe gelegt, die ja auch einen großen Anteil an den Steuereinnahmen der Gemeinde ausmachen. Unsere Arbeitswelt befindet sich jedoch im Wandel – Stichwort: New Work. Im Jahr 2030 wird die SelbststĂ€ndigkeit laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung die hĂ€ufigste BeschĂ€ftigungsform sein. Schon heute gibt es auch in der Gemeinde Ense zahlreiche SelbststĂ€ndige und Freiberufler im Homeoffice, die allerdings nicht so sichtbar sind wie die Fabrik im Industriegebiet. Wie wollen Sie die Solo-SelbststĂ€ndigen, Freelancer, Start-ups und Kleinstbetriebe mit wenigen Mitarbeitern konkret fördern?

Da gebe ich Ihnen recht, das Thema SelbststĂ€ndigkeit wird immer wichtiger werden. Mich hat wirklich erstaunt, wie viele Gewerbeanmeldungen es in Ense gibt – auch wĂ€hrend der Pandemie. Da stellt sich fĂŒr mich die Frage, wo die alle bleiben. Was brauchen die? Brauchen die BĂŒrorĂ€ume? Wir mĂŒssen diese Entwicklung im Blick behalten und sicherlich kleinteiliger vermieten.
Auf der anderen Seite sind wir in Ense noch sehr handwerklich geprĂ€gt. Wir reden immer von der Industrie in Höingen. Da gibt es 3.000 ArbeitsplĂ€tze, auf die wir sehr stolz sind. Aber wir dĂŒrfen die Handwerksbetriebe nicht vergessen. Die finden kaum Lehrlinge, die sie ausbilden können.
Auch wenn das Wort mittlerweile sehr strapaziert ist: Mir ist bei allem was wir tun die Nachhaltigkeit wichtig. Es wird viel gemacht, aber vieles verschwindet auch schnell wieder. Genau das darf nicht passieren. Wir sind oft einfach nicht nachhaltig. Wir machen was, um es gemacht zu haben. Dabei mĂŒssen wir es tun, weil wir ĂŒberzeugt sind. DafĂŒr mĂŒssen wir die Leute mitnehmen.

Sie haben gesagt, dass es Ihnen als BĂŒrgermeister besonders am Herzen liegt, dass Ense grĂŒner wird. Gleichzeitig werden immer mehr FlĂ€chen versiegelt. Können Sie zaubern?
Wie wollen Sie Ense grĂŒner machen?

Ja, das habe ich gesagt und bin froh, dass da mittlerweile alle Parteien hinter stehen. Wir werden zum Beispiel die UmgrĂŒnung des Industriegebiets realisieren. Wir mĂŒssen generell schauen, dass wir die GrĂŒnstreifen, die wir haben, weiterentwickeln, ohne dabei die Landwirtschaft zu behindern, die weiter an ihre Felder muss. Ich glaube, da ist in Ense vieles möglich.
Wenn es um die Planung von Neubaugebieten geht, muss man ebenfalls ganz klare Vorschriften machen, wie eine BegrĂŒnung auszusehen hat. Von den SteingĂ€rten sollte man sich wieder verabschieden.

Sie sind in Vollbringen aufgewachsen und wohnen in Niederense. Haben Sie die Gemeinde nie verlassen?

Ich habe Ense nie verlassen. Die einzige Ausnahme waren zwei Jahre direkt nach der Bundeswehr. Damals wollte ich unbedingt zu Siemens. Der Weg ging fĂŒr mich ĂŒber Freiburg und Stuttgart, aber dann wieder zurĂŒck in die heimatlichen Gefilde.
Ich bin hier aufgewachsen, habe die Schulen in Höingen und Niederense besucht und war auch auf der Conrad-von-Ense-Schule in Bremen. Deshalb bin ich der Schule sehr verbunden. Ich habe eine ganz klassische Handwerksausbildung im Elektrobereich absolviert und mich dann bis zur GeschÀftsleitung hochgearbeitet.

Glauben Sie, dass Ihre Karriere, die ja mit dem Hauptschulabschluss begonnen hat, heute noch so möglich ist?

Ich glaube man muss es wollen und Ziele vor Augen haben. Wenn man FĂŒhrungsverantwortung ĂŒbernehmen will, muss man sich weiterbilden. Man muss es verstehen Menschen zu fĂŒhren und sie zu begeistern. Aber die Grundvoraussetzung ist, dass man motiviert ist. Es schadet nicht, wenn man den richtigen Riecher hat und zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Aber ja, ich denke grundsĂ€tzlich geht das noch.

Was ist einfacher zu fĂŒhren: eine Gemeindeverwaltung oder ein Unternehmen?

Ich habe erwartet, dass die Verwaltung viel schwieriger zu fĂŒhren ist. Dort wo ich geglaubt habe, dass es schwierig werden könnte, sehe ich heute keine Probleme mehr. Ich sehe eher, dass die Geschwindigkeit der Umsetzung in Unternehmen manchmal schneller ist als in der Verwaltung. Im Rathaus braucht man immer die Zeit die Politik mitzunehmen, was mir sehr wichtig ist. Ich kommuniziere viel mit den Fraktionsvorsitzenden und glaube die Politik in Ense hat einen hohen Informationsstand. Aber im Endeffekt gibt es keine großen Unterschiede. Letztlich geht es bei Unternehmen und Verwaltungen um Menschen, die man mitnehmen muss.

„Ich bin in dieser Krise unheimlich
an mir gewachsen.“

Was war Ihr bisher bester Fehler?

Ich will gar nicht sagen, dass ich da einen Fehler begangen habe, aber die Wirtschaftskrise 2009 war die schwerste Zeit meines wirtschaftlichen Tuns. Ich bin damals in drei Insolvenzen von Kunden hineingerutscht. Die kleinste davon war schon groß. Damals habe ich 35 Mitarbeitern gesagt, dass ich sie nicht entlassen werde. Durchaus gegen den Druck aus dem Unternehmen, dem natĂŒrlich AuftrĂ€ge weggebrochen sind.
Ich bin in dieser Krise unheimlich an mir gewachsen. Ich habe den RĂŒckhalt der Mitarbeiter gespĂŒrt und wusste dadurch, dass ich nicht alles falsch gemacht habe. Die Mitarbeiter geben einem das bis zum Schluss zurĂŒck. Mit solchen Menschen kann man erfolgreich sein. Es geht nur gemeinsam im Team. Deswegen versuche ich auch das Rathaus sehr teamorientiert zu fĂŒhren.
Man hĂ€tte vielleicht etwas besser machen können, um zu erkennen, dass sich Insolvenzen anbahnen. Da muss ich auch kritisch zu mir selbst sein. Aber es war das Jahr 2009, in dem plötzlich alles ĂŒber einem hereinbrach.

Wen wĂŒnschen Sie sich als zukĂŒnftigen Bundeskanzler bzw. zukĂŒnftige Bundeskanzlerin fĂŒr Deutschland?

Ich bin davon ĂŒberzeugt, dass es eine schwarz-grĂŒne Regierung geben wird.

Unter welchem Kanzler oder welcher Kanzlerin?

Es könnte wieder eine Kanzlerin werden. Aber ich lege mich da nicht fest. Ich glaube Herr Laschet wĂŒrde an der Aufgabe genauso wachsen, wie er am MinisterprĂ€sidentenamt gewachsen ist. Damals konnte ich mir das auch schwer vorstellen, aber man muss sagen er macht das gar nicht schlecht. Jetzt steht er vor der nĂ€chsten Herausforderung. Da sage ich ganz ehrlich: allerhöchsten Respekt, dass er sich das zutraut.

Sie sind nicht nur Vollblut-SchĂŒtze, sondern auch Fußballfan. FĂŒr welchen Verein schlĂ€gt Ihr Herz?

Ich bin ja jemand der immer positiv nach vorne schaut, aber bei den Königsblauen fÀllt mir das im Moment schwer. Ja, ich bin Schalker. Durch und durch. Und ich werde immer Schalker bleiben. Wenn wir in die dritte Liga gehen, dann komme ich mit.

Als Schalker sind Sie auf jeden Fall leidensfÀhig.
Vielen Dank fĂŒr das Interview, Herr Busemann!










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